Es trifft mal wieder die Kultur.

Habe diese Mail heute erhalten. Es trifft mal wieder die Kultur.

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,

heute wende ich mich mit einem Notruf an euch.

Die Stadt Hildesheim ist schon seit einigen Jahren hoch verschuldet und hat vor ein paar Monaten ein scheinbar attraktives Angebot vom Land Niedersachsen bekommen: Wenn die Stadt bis 2013 schwarze Zahlen schreibt, übernimmt das Land die Hälfte von Hildesheims Schulden. Alles, was Hildesheim tun muss, damit dieser Deal gelingt, ist einige Millionen Euro einzusparen. Das klingt verlockend, doch Beispiele aus der Vergangenheit und aus anderen Städten zeigen, dass bei nötigen Kürzungen in der Regel zuerst die so genannten freiwilligen Leistungen zur Diskussion stehen, also Kultur, Sport, Soziokultur.
Die Stadt Göttingen, die ebenfalls ein solches Angebot erhalten hat, hat darüber öffentlich diskutiert und überlegt ernsthaft, dieses “unmoralische Angebot” abzulehnen.
Nicht so Hildesheim. Hier wurde dieses Angebot als “alternativlos” dargestellt und in den letzten Monaten hinter verschlossenen Türen, also explizit unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter strengster Geheimhaltung, beraten, wo gekürzt werden kann. Vor wenigen Tagen sind Informationen aus diesem Kürzungsgremium nach außen gedrungen. Was dort derzeit geplant und vorbereitet wird, ist erschütternd:
- Kürzung von 500.000 Euro für das Theater für Niedersachsen (Da das Theater von mehreren Trägern Geld bekommt, die ihre Zuschüsse jeweils im gleichen Anteil erhöhen oder verringern, würde sich dadurch der Gesamtetat um 2,1 Mio. Euro verringern. Das hätte mindestens die Schließung von zwei der drei Sparten (Schauspiel, Musiktheater, Musical) zur Folge, kann aber auch zur kompletten Schließung des Theaters führen. Und zwar bereits zum 1.1.2012, also in 6 1/2 Monaten, weil nur bis dahin die Finanzierung des Hauses vertraglich gesichert ist.)
- Kürzung von 200.000 Euro für das Roemer- und Pelizaeusmuseum (Eines der renomiertesten Museen Deutschlands müsste dann seine wissenschaftliche Arbeit komplett einstellen.)
- Kürzung sämtlicher Zuschüsse für Musikschule, Volkshochschule, Freibad, Jugendtreffs, Aidshilfe und Teile der Freien Kultur der Stadt
Kurzum: die Stadt plant im Moment, innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre fast alles abzuschaffen, was dieser Stadt einen Lebens- und Freizeitwert gibt.
Unter dem Motto “Eine Stadt, die ihre Kultur aufgibt, gibt sich selbst auf!” haben umfangreiche Proteste gegen diese Pläne begonnen. Die Zeit drängt enorm, denn am 27. Juni (also in knapp drei Wochen) wird bereits der Stadtrat unwiderruflich über die Kürzungen beschließen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr unter http://www.tfn-online.de/1179.html – einschließlich Links zur aktuellen Presseberichterstattung etc.

Ihr könnt unsere Proteste unterstützen indem ihr:
- unter http://www.tfn-online.de/1179.html unsere online-Petition mitzeichnet
- unter http://www.tfn-online.de/fileadmin/downloads/Service/Unterschriftenliste.pdf Unterschriftenlisten runterladet, ausdruckt, weiterreicht und bis spätestens Donnerstag, den 23.6., im Theater abgebt oder scannt und mailt oder per Post schickt
- diese Mail weiterleitet, damit möglichst viele sich dem Protest anschließen können

Bitte unterstützt uns mit eurem schnellen und zahlreichen Protest! Nur jetzt können wir handeln, in drei Wochen ist es bereits zu spät.

Vielen Dank für eure Unterstützung und viele Grüße aus Hildesheim von
Katharina Reinhard

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