Archive for the ‘interessante Artikel’ Category

„Fragen Sie mich ruhig, wie ich mit achtzehn war“

Thursday, February 28th, 2008

Hier gibt es ein Interview mit Charlotte Roche über Ihr neues Buch “Feuchtgebiete” als Podcast von DFL und unten ein Interview mit der FAZ.

Zitat von:

Medien – Feuilleton – FAZ.NET – Charlotte Roche im Interview: „Fragen Sie mich ruhig, wie ich mit achtzehn war“

Charlotte Roche im Interview: “Fragen Sie mich ruhig wie ich mit achtzehn war”

 

Die ganze Hygienehytserie regt sie schon seit Jahren auf: Charlotte Roche25. Februar 2008 Charlotte Roche, 29, bekannt geworden durch ihre wenig konformistischen Moderationen beim Musiksender Viva 2, hat einen Roman über die Hygienehysterie unserer Zeit geschrieben. Sie erzählt in „Feuchtgebiete“ aus der Perspektive einer 18-Jährigen, betreibt Körperpolitik, indem sie mit den erzähltechnischen Mitteln der Übertreibung jenes Hygienediktat in Frage stellt, dem wir in westlichen Gesellschaften unterliegen. Im Gespräch ist schnell klar, dass wir uns über die Körperideologie, wie sie von Frauen- und Männermagazinen propagiert wird, nicht einfach erheben können. Es wäre ein schöner Betrug, zu behaupten, man selbst sei davon nicht affiziert. Man kann sich aber fragen, was Frauen wie Männer alltäglich glauben mit sich anstellen zu müssen – und welche Redeverbote wir beharrlich aufrechterhalten. (more…)

Gehorsam und Erziehung zur Gewalt

Sunday, February 10th, 2008

Zitat von

Debatten – Feuilleton – FAZ.NET – Gastbeitrag: Gehorsam und Erziehung zur Gewalt

 

Gehorsam und Erziehung zur Gewaltein Gastbeitrag / Von Necla Kelek

09. Februar 2008: Eine türkische Mutter sagte kürzlich zu mir: „Schlagen nützt nichts mehr, mein Sohn ist schon zu groß.“ Er ist zwölf Jahre alt. – „Als ich die Waffe bei ihm fand, habe ich ihm den Kopf rasiert“, erzählte mir ein türkischer Taxifahrer und beklagte, dass er keinen Kontakt mehr zu seinem fünfzehnjährigen Sohn findet. – „Ich möchte nicht, dass mein Vater ins Gefängnis kommt“, sagte eine junge deutsche Kurdin weinend, die vier Monate lang von ihrer Familie in der Türkei eingesperrt wurde und jetzt freikam. – „Was willst du Opfer?“, war die Antwort, die ein Schulrat in der Berliner U-Bahn bekam, als er türkische Halbwüchsige aufforderte, ihre MP3-Player leiser zu stellen. (more…)

Der Fall Gropius

Saturday, February 9th, 2008

Zitat von

PressDisplay.com – Süddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe – 9 Feb 2008 – Der Fall Gropius

Der Fall Gropius -Anderswo werden Schlösser und Kirchen rekonstruiert: Aber Dessau wünscht sich die Moderne zurück – zu Recht / von Günter Kowa

Foto: Lucia Moholy/Bauhaus-Archiv Berlin - Als die Moderne noch jung und kein Fall für Rekonstruktions-Debatten war: das Gropiushaus in Dessau.In Deutschland werden überall barocke Schlösser und Kirchen aufgebaut? Nicht doch – in Dessau regt sich Widerstand. Es gibt in der kriegszerstörten Residenzstadt zwar aktuell keine Pläne zum Wiederaufbau höfischer Kulissen, dafür aber ein profiliertes Bauvorhaben, bei dem die Moderne auferstehen soll. In der weltbekannten Meisterhaussiedlung, entworfen 1926 von Walter Gropius für die Professoren am Bauhaus, sind zwei kriegsbedingte Fehlstellen zu bebauen: die verlorene Doppelhaushälfte MoholyNagy und das allein stehende Direktorenhaus von Gropius selbst.

Nun läge es nahe, diese Gebäude in Analogie zu den vorhandenen und aufwendig restaurierten Doppelhäusern sowie anhand verschiedener Quellen zu rekonstruieren. Empfehlungen in diesem Sinne kommen von international renommierten Fachleuten wie dem Münchner Architekturhistoriker Winfried Nerdinger und dem Präsidenten der internationalen Denkmalschutz-Organisation Icomos, Michael Petzet. Das wird auch die Unesco zur Kenntnis nehmen, da die Siedlung zum Weltkulturerbe gehört.

Vehement dagegen aber plädiert die Stiftung Bauhaus. Programmatisch eingeschworen auf die „Aktualisierung der Moderne“ fordert sie Alternativen zur Rekonstruktion ein. Direktor Omar Akbar erklärt im Interview: „Rekonstruktion ist Geschichtsfälschung.“ (more…)

Heimat gerät ins Zwielicht

Friday, January 25th, 2008

Ein Artikel zu der Lesereihe “Die Barbarei des flachen Landes”; mehr Infos hier.

Zitat von

Mitteldeutsche Zeitung vom 25.01.2008 – Ressort: Anhalt Kurier

Heimat gerät ins ZwielichtStadtplaner gegen Politikwissenschaftler: Welche Zukunft hat die Provinz? /von Ilka Hillger

Dessau-Roßlau/MZ. Irgendwann könnten also Kuhherden durch die Straßen der entvölkerten Städte Ostdeutschlands ziehen. Immerhin graben sich schon Wildschweine durch Vorgärten, spazieren Fuchs und Reh durch Grünanlagen. So kann es kommen, wenn Regionen schrumpfen und der Mensch Terrain, das er sich über Jahrhunderte eroberte, an die Natur zurückgibt. Aus Heimat wird wieder Landschaft – und die Stadtplaner müssen ordnen, was übrig bleibt. (more…)

Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es

Wednesday, January 9th, 2008

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faz.net – Frankfurter Allgemeine Zeitung – 09.01.2008 – Feuilleton – Debatten
Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird esZum Hundertsten von Simone de Beauvoir / Von Julia Voss

Ihre Bücher haben die Welt verändert: Simone de Beauvoir

Ihre Bücher haben die Welt verändert: Simone de Beauvoir

09. Januar 2008 Was es an Simone de Beauvoirs hundertstem Geburtstag zu feiern gibt, versteht man am besten, wenn man kurz ins Jahr 1967 zurückblendet: Im April dieses Jahres sitzen zwei hohe Funktionäre der Boston Athletic Association auf dem Rücksitz eines Pressewagens. Ihre Aufgabe besteht eigentlich darin, Sport und Sportler zu fördern. An diesem Tag sehen sie aber ihre Aufgabe darin, den Läufer mit der Nummer 261 an der Teilnahme des Boston Marathon zu hindern. Der einzige Grund: Läufer Nr. 261 ist eine Frau, die Teilnahme war ihnen untersagt. Die Information hatte den Funktionären ein Fotograf gesteckt, Läufer Nr. 261 hatte sich unter dem Namen K. V. Switzer angemeldet; niemand war auf die Idee gekommen, dass es Kathrine V. Switzer sein könnte, eine Frau. (more…)

Die Millionenfürsten

Tuesday, December 18th, 2007

Zitat von

PressDisplay.com – Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe – 18 Dec 2007 – Die Millionenfürsten

Die Millionenfürsten Managergehälter und Leistungsprinzip / Von Sighard Neckel

Berühmt ist diese Äußerung von Wendelin Wiedeking: „Seit wann wird denn ein Vorstand nach Stunden bezahlt? Auch bei einer Julia Roberts wird es niemandemeinfallen, den Stundenlohn auszurechnen“. Seit kurzem bedarf es solch kleinteiliger Rechenoperationen tatsächlich nicht mehr. Die Öffentlichkeit weiß, dass der Porsche-Chef im vergangenen Jahr 56 Millionen Euro verdiente. Gleichzeitig publizierte das Fachmagazin Hollywood Reporter die jährliche Liste der teuersten Schauspielerinnen. Julia Roberts wird mit 7,5 bis 10 Millionen Dollar Gage pro Film auf Platz 7 geführt. Erstplatzierte ist die 2006 mit einem Oscar für ausgezeichnete Schauspielerin Reese Witherspoon. Sie bekam 2007 rund 10 bis 14 Millionen Dollar je Film.

Es scheint sich eingebürgert zu haben, dass dem Top-Management die „celebrities“ der Popkultur als Bezugsgruppe der eigenen Einkünfte dienen. Heute sehen die obersten Führungskräfte weitgehend davon ab, ihre Bezüge noch mit den Einkommen ihrer Mitarbeiter zu vergleichen. (more…)

Der Qualm der Anderen

Thursday, December 13th, 2007

Zitat von

PressDisplay.com – Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe – 13 Dec 2007 – Der Qualm der Anderen

Der Qualm der Anderen - Bayerns Nichtrauchergesetz schützt die Verbraucher endlich so, wie es auch nötig ist / Von Werner Bartens

Sensationelle Forschungsergebnisse sind zu vermelden. Erstens: Rauchen macht krank. Zweitens: Rauchen tötet. Drittens: Passivrauchen hat die gleichen Folgen. Wer es noch nicht wusste, kann es auf jeder Zigarettenpackung nachlesen. Die wissenschaftlichen Beweise, die zu diesen Erkenntnissen geführt haben, waren 40 bis 50 Jahre lang offenbar nur eingeweihten Forscherkreisen bekannt. Irgendwer muss sie ausgeplaudert haben, denn seit wenigen Jahren werden endlich in immer mehr Ländern Gesetze und Verbote zum Schutz der Nichtraucher beschlossen. (more…)