Es trifft mal wieder die Kultur.

08. Juni 2011

Habe diese Mail heute erhalten. Es trifft mal wieder die Kultur.

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,

heute wende ich mich mit einem Notruf an euch.

Die Stadt Hildesheim ist schon seit einigen Jahren hoch verschuldet und hat vor ein paar Monaten ein scheinbar attraktives Angebot vom Land Niedersachsen bekommen: Wenn die Stadt bis 2013 schwarze Zahlen schreibt, übernimmt das Land die Hälfte von Hildesheims Schulden. Alles, was Hildesheim tun muss, damit dieser Deal gelingt, ist einige Millionen Euro einzusparen. Das klingt verlockend, doch Beispiele aus der Vergangenheit und aus anderen Städten zeigen, dass bei nötigen Kürzungen in der Regel zuerst die so genannten freiwilligen Leistungen zur Diskussion stehen, also Kultur, Sport, Soziokultur.
Die Stadt Göttingen, die ebenfalls ein solches Angebot erhalten hat, hat darüber öffentlich diskutiert und überlegt ernsthaft, dieses “unmoralische Angebot” abzulehnen.
Nicht so Hildesheim. Hier wurde dieses Angebot als “alternativlos” dargestellt und in den letzten Monaten hinter verschlossenen Türen, also explizit unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter strengster Geheimhaltung, beraten, wo gekürzt werden kann. Vor wenigen Tagen sind Informationen aus diesem Kürzungsgremium nach außen gedrungen. Was dort derzeit geplant und vorbereitet wird, ist erschütternd:
- Kürzung von 500.000 Euro für das Theater für Niedersachsen (Da das Theater von mehreren Trägern Geld bekommt, die ihre Zuschüsse jeweils im gleichen Anteil erhöhen oder verringern, würde sich dadurch der Gesamtetat um 2,1 Mio. Euro verringern. Das hätte mindestens die Schließung von zwei der drei Sparten (Schauspiel, Musiktheater, Musical) zur Folge, kann aber auch zur kompletten Schließung des Theaters führen. Und zwar bereits zum 1.1.2012, also in 6 1/2 Monaten, weil nur bis dahin die Finanzierung des Hauses vertraglich gesichert ist.)
- Kürzung von 200.000 Euro für das Roemer- und Pelizaeusmuseum (Eines der renomiertesten Museen Deutschlands müsste dann seine wissenschaftliche Arbeit komplett einstellen.)
- Kürzung sämtlicher Zuschüsse für Musikschule, Volkshochschule, Freibad, Jugendtreffs, Aidshilfe und Teile der Freien Kultur der Stadt
Kurzum: die Stadt plant im Moment, innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre fast alles abzuschaffen, was dieser Stadt einen Lebens- und Freizeitwert gibt.
Unter dem Motto “Eine Stadt, die ihre Kultur aufgibt, gibt sich selbst auf!” haben umfangreiche Proteste gegen diese Pläne begonnen. Die Zeit drängt enorm, denn am 27. Juni (also in knapp drei Wochen) wird bereits der Stadtrat unwiderruflich über die Kürzungen beschließen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr unter http://www.tfn-online.de/1179.html - einschließlich Links zur aktuellen Presseberichterstattung etc.

Ihr könnt unsere Proteste unterstützen indem ihr:
- unter http://www.tfn-online.de/1179.html unsere online-Petition mitzeichnet
- unter http://www.tfn-online.de/fileadmin/downloads/Service/Unterschriftenliste.pdf Unterschriftenlisten runterladet, ausdruckt, weiterreicht und bis spätestens Donnerstag, den 23.6., im Theater abgebt oder scannt und mailt oder per Post schickt
- diese Mail weiterleitet, damit möglichst viele sich dem Protest anschließen können

Bitte unterstützt uns mit eurem schnellen und zahlreichen Protest! Nur jetzt können wir handeln, in drei Wochen ist es bereits zu spät.

Vielen Dank für eure Unterstützung und viele Grüße aus Hildesheim von
Katharina Reinhard

gegen kulturellen kahlschlag

31. Juli 2010

Die Kultur stirbt - hoch lebe die Kultur! Teil 2

18. März 2010

Artikel auf www.freitag.de von Henry Mertens:

Den nachdrücklichsten Satz am Ende der gestrigen Podiumsdiskussion „Wieviel Kultur braucht Dessau-Roßlau?“ sprach der Verwaltungschef des Anhaltischen Theaters, Joachim Landgraf aus: „Wann fahren wir alle gemeinsam nach Magdeburg, um zu protestieren!“

Und reagierte damit spontan auf die Frage, wie es ihm so gehe mit dem Wissen um das Streichungsvorhaben der Stadt, von dem allein sein Haus mit 1,5 Mio. Euro betroffen ist, was wiederum die Schließung etlicher Schlüsselbereiche des Dreispartenhauses bedeuten würde.

mehr…..

Ein bitteres Feld

03. März 2010

Artikel im Tagesspiegel

Bauhaus, Wörlitz, Weill: Dessau ächzt unter der Last seines Erbes. Besuch in einer schrumpfenden Stadt

zum Artikel

Die Kultur stirbt - hoch lebe die Kultur! — der Freitag

01. März 2010

zum Artikel

FDP: Geistig-politische Leere | Politik | ZEIT ONLINE

17. Februar 2010

Guido betet den Liberalismus an.

Sehr gute Zustandsbeschreibung des Liberalismus. Auch die Kommentare lesen; einige wollen uns davon überzeugen, das das alles linker Mist ist, aber eine Gegenargumentation bleiben sie schuldig… aber lest selbst:

FDP: Geistig-politische Leere | Politik | ZEIT ONLINE

LEO – Das Anhalt Magazin / Stürmt Museen, Theater und Sportstätten

12. Februar 2010

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LEO – Das Anhalt Magazin / Stürmt Museen, Theater und Sportstätten.

Die Abschottung in der Gruppe gefährdet die Gesellschaft

13. Januar 2010

Der ökonomische Gastkommentar im Handelsblatt vom 22.12.2009.

Ich hoffe nur das der Autor auch seine eigene Erkenntnis umsetzt. Ich kann Ihm nur zustimmen.

Die Abschottung in der Gruppe gefährdet die Gesellschaft (bei Handelsblatt.com am 22.12.2009 veröffentlicht)

my new bike!

17. August 2009

Hab mir seit langem mal wieder ein Bike gekauft.

Diesmal ohne Motor, weil “it´s time for more sport”

und in diesem Zuge gleich mal meinen Desktop angepasst:

Die Leistungsfalle

31. Dezember 2008

Zitat von: Süddeutsche Zeitung online vom 28.12.2008

Prüfungsangst, Lernblockaden, Stressattacken - gerade ehrgeizige Studenten geraten durch den Bachelor unter Druck.

Von Birgit Taffertshofer

Bachelor-Stress; dpa
vergrößern Der Stress auf dem Weg zum Bachelor setzt einigen Studenten sehr zu.
Foto: dpa

Im ersten Semester lief alles noch gut. Bettina musste zwar hart arbeiten, aber die Noten waren bestens. Erst später konnte sie nicht mehr abschalten, litt unter Schlafstörungen und vermasselte schließlich eine Mathematikklausur. Mit Weinkrämpfen saß die 21-jährige Studentin damals bei ihren Eltern, obwohl sie sich doch auf die nächsten Klausuren hätte vorbereiten müssen. Als ihr der Hausarzt riet, sie solle einen Psychologen aufsuchen, verstand sie gar nichts: Sie hatte doch kein psychisches Problem, sondern nur Schwierigkeiten in ihrem Studium!

Mit Fällen wie Bettina sind die Therapeuten an Hochschulen immer häufiger konfrontiert: Junge Menschen, die alles besonders gut machen wollen und gerade deshalb scheitern.

Mit dem Bachelor sollte für Studenten vieles besser werden: Schneller und straffer sollte das Studium werden, gleichzeitig sollten die jungen Leute mehr Orientierung und Betreuung erhalten. Doch Deutschlands Hochschulen sind nicht nur Orte planvollen Lernens, sie sind auch Brutstätten von Prüfungsängsten, Schreibblockaden und Stressattacken.

Probleme vorverlegt

Während früher die Studenten erst vor dem Examen um Hilfe schrien, sind viele nun schon am Anfang ihres Studiums am Ende ihrer Kräfte. Dabei geraten sie nicht nur wegen ständiger Prüfungen und überfrachteter Studienpläne unter Druck, sondern auch wegen ihrer übertriebenen Ansprüche an sich selbst.

“Hauptsache schnell und gut” denken viele Studienanfänger. Jede verpatzte Prüfung, jede misslungene Hausarbeit, kurz, jeder Umweg in Richtung Bachelor wird als persönliches Scheitern empfunden. Schließlich fließt jede Zensur in die Abschlussnote ein, und diese entscheidet wiederum, ob der Sprung ins Berufsleben oder ins Masterstudium gelingt.

Viele fürchten, wenn sie nicht zu den Besten gehören, haben sie sich ihre Zukunft für immer verbaut. Stimmen die Ergebnisse in den Tests nicht, ist die Verunsicherung groß. Schon im ersten und zweiten Semester tragen sich etliche Studenten mit dem Gedanken, ihr Studium wieder abzubrechen. Insgesamt gibt jeder fünfte Hochschüler in Deutschland sein Studium vorzeitig auf. Den Staat kostet das jährlich mehr als zwei Milliarden Euro zusätzlich. Lies den Rest des Artikels »